Was Fiat mit dem charmanten 500er vormachte und Renault mit den Neuauflagen des R5, R4 sowie Twingo fortführt, inspiriert nun auch Citroën. Die französische Traditionsmarke springt auf den Nostalgiezug auf und lässt die legendäre “Ente” wiederauferstehen. „Der 2CV kehrt zurück“, verkündete Markenchef Xavier Chardon enthusiastisch und untermauerte die Ankündigung mit einer kurzen Videosequenz, die das Comeback des in Deutschland als „Ente“ berühmt gewordenen Kleinwagens andeutete. Jedoch wurde die Optik in den präsentierten Fotos mit Bedacht unklar gehalten und zeigte bloß die ungefähre Form des Gefährts.
„Verzeihen Sie mir das bitte“, scherzte Chardon schmunzelnd vor Medienvertretern in Frankreich, „aber die Aufnahmen entstanden in einem dunklen Tunnel. Wer das Auto im vollen Scheinwerferlicht bewundern möchte, ist herzlich eingeladen, uns im Oktober auf dem Pariser Autosalon zu besuchen.“ Auf der dortigen Mondial de l’Auto wird Citroën das offiziell noch als Konzept deklarierte Fahrzeug am 7. Oktober feierlich enthüllen. Damit dürfte die Neuinterpretation – genau wie das Ur-Modell bei seiner Premiere im Jahr 1948 – zu den absoluten Publikumsmagneten der Automobilmesse zählen.
Diese Ankündigung markiert eine radikale Kehrtwende in der Produktstrategie von Citroën. Noch im Vorjahr erteilete man dem Retro-Trend eine klare Absage. Chardons Amtsvorgänger, Thierry Koskas dazu: „Der Grundgedanke des 2CV – ein erschwingliches Basismodell zu bieten, das den Kunden kostengünstige Fortbewegung ermöglicht – prägt das Denken bei Citroën nach wie vor. Beim aktuellen C3 haben wir diesen Ansatz bereits umgesetzt. Um ehrlich zu sein, halte ich wenig von Retro-Design, da ich lieber mit frischen Konzepten in die Zukunft blicke. Doch die Philosophie, für die der 2CV steht, bleibt fester Bestandteil unserer Markenidentität.“
Der jetzige Sinneswandel dürfte maßgeblich durch den Erfolg des Erzrivalen Renault beeinflusst worden sein, dessen batterieelektrische Nostalgie-Modelle im Stromer-Segment auf hohe Resonanz stoßen, was sich auch in den Verkaufszahlen widerspiegelt. Die Neuauflage der Ente wird auf der neuen E-Auto-Architektur des Stellantis-Mutterkonzerns aufgebaut sein. Der Einstiegspreis sollte unter 15.000 Euro liegen.
Bei der Realisierung geht der Autokonzern Wege, die zwar für Stellantis neu sind, sich jedoch bei Renault und dessen elektrischem Twingo jedoch bereits bewährt haben. Die Entwicklung der elektrischen Plattform erfolgt in China, die Produktion soll ab dem Jahr 2028 im italienischen Werk Pomigliano d’Arco angesiedelt sein.