Der Bernina Express gilt als eine der schönsten Bahnstrecken der Welt – und das nicht ohne Grund. Auf nur rund 120 Kilometern überwindet der Zug Höhenunterschiede von über 1.800 Metern, ohne Zahnradtechnik, allein durch raffinierte Ingenieurskunst. Besonders spektakulär ist die Überfahrt über den Landwasserviadukt: Der Zug scheint hier förmlich in die Felswand hineinzufahren.
Im Sommer leuchten die Alpenseen in intensivem Türkis, während im Winter eine fast surreal wirkende Schneelandschaft vorbeizieht. Ein Tipp für Fotografen: Sitzplätze auf der rechten Seite Richtung Tirano bieten häufig die besseren Ausblicke auf Viadukte und Gletscher. Kulinarisch lohnt sich ein Blick in das Bordbistro – regionale Spezialitäten wie Bündnerfleisch oder Engadiner Nusstorte runden das Erlebnis ab.
Acht Stunden für eine Strecke, die man theoretisch in der Hälfte der Zeit bewältigen könnte – und genau das macht den Reiz aus. Der Glacier Express ist kein Transportmittel, sondern ein Panorama-Salon auf Schienen. Während der Fahrt öffnen sich weite Hochtäler, tiefe Schluchten und Gletscherblicke, die man sonst nur aus Wanderprospekten kennt.
Die Excellence-Class bietet Ledersessel, Concierge-Service und ein mehrgängiges Menü mit Weinbegleitung. Doch auch in den regulären Panoramaabteilen ist der Komfort außergewöhnlich. Ein kleines Highlight für Technik-Interessierte: Über Kopfhörer werden Streckeninformationen und historische Anekdoten eingespielt – von Lawinenwintern bis zu den ersten elektrischen Lokomotiven der Region.
Diese Reise beginnt oft auf dem Vierwaldstättersee – ein elegantes Motorschiff gleitet zwischen steilen Bergflanken hindurch, vorbei an historischen Dörfern und Kapellen. Erst danach steigt man in den Panoramawagen um, der durch den legendären Gotthardtunnel und entlang der alten Bergstrecke fährt.
Besonders reizvoll ist der Kontrast: Im Norden alpine Frische, im Süden mediterranes Flair mit Palmen und mildem Klima. Reisende berichten häufig, dass diese Route wie eine kleine Europareise an nur einem Tag wirkt. Wer Zeit hat, sollte einen Zwischenstopp in Bellinzona einlegen – die mittelalterlichen Burgen gehören ebenfalls zum UNESCO-Welterbe.
Hier geht es nicht nur um Landschaft, sondern um Atmosphäre. Schon beim Betreten der Waggons fühlt man sich in die 1920er Jahre versetzt: poliertes Holz, Messinglampen, Samtstoffe und makellos gekleidetes Personal. Viele Gäste kleiden sich bewusst elegant – Abendgarderobe ist keine Pflicht, aber Teil des Erlebnisses.
Die Routen variieren von Jahr zu Jahr, doch egal ob Paris–Venedig oder London–Prag: Es ist eine Reise durch Geschichte. In den Speisewagen werden mehrgängige Menüs auf Porzellan serviert, während draußen die Landschaft in gemächlichem Tempo vorbeizieht. Interessant: Jeder Wagen hat eine eigene Historie – einige wurden bereits vor über 100 Jahren gebaut und aufwendig restauriert.
Belmond British Pullman
Northern Belle
Diese Züge sind ideal für alle, die Luxusluft schnuppern möchten, ohne mehrere Tage unterwegs zu sein. Die Waggons stammen teilweise aus der Vorkriegszeit und wurden detailgetreu restauriert. Häufig stehen Themenfahrten auf dem Programm – von Krimi-Dinnern bis zu Jazz-Abenden.
Der Fokus liegt weniger auf spektakulärer Natur und mehr auf Genuss: feines Porzellan, mehrgängige Menüs und Live-Musik schaffen ein fast theatralisches Ambiente. Viele Gäste nutzen diese Reisen für besondere Anlässe wie Geburtstage oder Jubiläen.
Maximal 36 Gäste, dunkles Edelholz, weiche Teppiche und ein Panorama-Salon mit offenem Balkon: Der Royal Scotsman ist eher ein rollendes Landhaus als ein Zug. Die Routen führen durch einsame Hochmoore, vorbei an Burgruinen und entlang stiller Seen.
Ein außergewöhnliches Detail ist der Spa-Wagen – Massagen mit Blick auf die Highlands sind weltweit nahezu einzigartig. Abends versammelt man sich häufig im Salonwagen bei Whisky-Verkostungen, begleitet von traditioneller schottischer Musik. Die Reise wirkt weniger wie ein Transport, sondern wie ein exklusiver Club auf Zeit.
Der Rocky Mountaineer fährt ausschließlich tagsüber – kein Detail der Landschaft soll verloren gehen. Die doppelstöckigen Glasdachwagen ermöglichen freie Sicht auf Wasserfälle, Adler und mit etwas Glück sogar Bären. Übernachtet wird nicht im Zug, sondern in Hotels entlang der Strecke, was die Reise angenehm strukturiert.
Kulinarisch setzt der Zug auf regionale Produkte: Lachs aus dem Pazifik, kanadisches Rind oder lokale Weine aus British Columbia. Die Strecke zwischen Vancouver und Banff gilt als Klassiker – Gletscher, türkisfarbene Seen und schneebedeckte Gipfel wechseln sich im Minutentakt ab.
Diese Route ist ein Stück Eisenbahngeschichte. Vom urbanen Chicago über die Weiten Nebraskas bis hin zu den Bergketten Colorados und der Sierra Nevada entfaltet sich ein Panorama, das kaum abwechslungsreicher sein könnte.
Der Aussichtswagen mit seinen großen Fenstern ist der soziale Mittelpunkt des Zuges – hier kommen Reisende ins Gespräch, tauschen Reisetipps aus und erleben Sonnenuntergänge, die den Himmel in Orange und Purpur tauchen. Luxus steht nicht im Vordergrund, dafür Authentizität und Weite. Wer ein Gefühl für die Dimensionen Nordamerikas bekommen möchte, findet hier eine eindrucksvolle Perspektive.
Tipp: Wer fotografieren möchte, sollte nicht nur die Jahreszeit, sondern auch die Tageszeit berücksichtigen. Frühmorgens und spätnachmittags entsteht durch tief stehendes Licht eine deutlich plastischere Landschaftswirkung.
Zugreisen verbinden Landschaft, Geschichte und Komfort auf einzigartige Weise. Doch nur wenige Bahnabenteuer vereinen Eleganz, Gourmet, Glamour und Panorama so faszinierend wie die großen Luxus- und Panoramazüge Europas und Nordamerikas.
Hinweis für Reisende: Frühzeitige Buchung lohnt sich. Viele Luxuszüge verfügen nur über wenige Kabinen, und beliebte Termine – insbesondere Sommer und Feiertage – sind oft Monate im Voraus ausgebucht.