Was früher als reiner Trend galt, wird heute durch wissenschaftliche Untersuchungen zu Nierenfunktion, Blutdruck und Knochengesundheit gestützt.
Diese milde Entlastungsform basiert auf den Prinzipien der modernen Ernährungsmedizin. Sie ermöglicht es auch Berufstätigen oder Menschen mit einem aktiven Lebensstil, die regenerativen Effekte des Fastens zu nutzen, ohne den Stoffwechsel durch radikalen Verzicht zu stressen.
Das Prinzip: Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht
In der modernen westlichen Ernährung überwiegen oft säurebildende Lebensmittel wie Fleisch, Käse, Weißmehl und Zucker. Während der Körper über effiziente Puffersysteme (Blut, Lunge, Nieren) verfügt, um den pH-Wert stabil zu halten, diskutiert die Ernährungsmedizin heute verstärkt über die latente Azidose. Dabei handelt es sich um eine chronische, geringfügige Belastung des Stoffwechsels durch ein Übermaß an Säurebildnern.
Das Ziel der Basenkur: Eine Woche lang werden ausschließlich basenbildende Lebensmittel verzehrt. Dies entlastet die Nieren, schont die Mineralstoffdepots des Körpers und kann Entzündungsprozesse hemmen. Eine optimale Ernährung sollte langfristig zu etwa 80 % aus Basenbildnern und zu 20 % aus Säurebildnern bestehen.
Wissenschaft unter der Lupe: Was sagen Studien dazu?
Die Forschung zur basenreichen Ernährung hat in den letzten Jahren deutlich an Fahrt aufgenommen. Verschiedene Studien unterstreichen, dass eine Reduktion der Säurelast positive Effekte auf zentrale Gesundheitsaspekte haben kann.
Knochengesundheit & Muskelerhalt
Eine basenreiche Ernährung ist typischerweise reich an Kalium und Magnesium. Studien legen nahe, dass dies den Knochenstoffwechsel positiv beeinflusst, da der Körper bei geringerer Säurelast weniger Kalzium aus den Knochen mobilisieren muss.
- Muskelmasse: Eine Studie von Welch et al. (2013) zeigte bei Frauen einen Zusammenhang zwischen einer alkalischen Ernährungsweise und einer größeren Skelettmuskelmasse.
- Schutz im Alter: Dawson-Hughes et al. (2008) fanden heraus, dass eine alkalische Diät die fettfreie Körpermasse bei älteren Erwachsenen begünstigen kann, was dem natürlichen Muskelschwund entgegenwirkt.
- Knochendichte: Eine systematische Überprüfung von Gholami et al. (2022) deutet darauf hin, dass eine hohe diätetische Säurelast (DAL) die Knochenmineraldichte negativ beeinflussen kann.
Linderung von Schmerzen
Klinische Beobachtungen zeigen, dass eine Umstellung des Säure-Basen-Haushalts das Schmerzempfinden beeinflussen kann.
- Chronische Rückenschmerzen: Eine im Journal of Trace Elements in Medicine and Biology veröffentlichte Studie (Vormann et al., 2001) untersuchte Patienten mit chronischen Rückenschmerzen. Durch die Supplementierung alkalischer Mineralien erfuhren 76 von 82 Patienten eine signifikante Schmerzlinderung.
Nierenfunktion & Blutdruck
Der PRAL-Wert (Potential Renal Acid Load) gibt an, wie stark ein Lebensmittel die Niere belastet.
- Nierenschutz: Eine hohe Säurelast kann laut aktuellen Studien (Storz, 2023) eine subklinische Azidose hervorrufen, die die Nierenfunktion stresst. Eine Reduzierung dieser Last kann das Fortschreiten chronischer Nierenerkrankungen verlangsamen.
- Herz-Kreislauf: Eine repräsentative Studie an über 6.000 Erwachsenen (Li et al., 2018) belegt, dass eine hohe Säurelast (PRAL) direkt mit erhöhtem Blutdruck und einem höheren Hypertonie-Risiko korreliert. Basenreiche Kost senkt diese Belastung effektiv und unterstützt so die Herzgesundheit.
Die Praxis: Sanfte Entgiftung im Alltag
Im Gegensatz zum strengen Heilfasten bleibt der Stoffwechsel beim Basenfasten aktiv. Da weiterhin gegessen wird, bleiben die gefürchteten „Fastenkrisen“ (wie Kreislaufprobleme oder starke Kopfschmerzen) meist aus.
Erlaubte Lebensmittel (Basenbildner)
- Obst: Alle reifen Obstsorten, inklusive Zitrusfrüchte (sie schmecken sauer, wirken aber basisch).
- Gemüse & Knollen: Kartoffeln, Wurzelgemüse, Kohlsorten und grünes Blattgemüse.
- Kräuter & Keimlinge: Diese enthalten die höchste Dichte an basischen Mineralstoffen.
- Pilze: Alle Speisepilze sind hervorragende Basenlieferanten.
- Nüsse: Mandeln, Erdmandeln und frische Walnüsse.
Zu meidende Lebensmittel (Säurebildner)
- Tierisches Eiweiß: Fleisch, Wurst, Fisch, Eier und Milchprodukte.
- Getreide: Vor allem Weißmehl, aber auch Vollkornprodukte während der Fastenzeit.
- Genussmittel: Alkohol, Kaffee, Zucker, Süßigkeiten und kohlensäurehaltige Getränke.
- Hülsenfrüchte: Bohnen und Linsen wirken in der Regel säurebildend (Ausnahme: gekeimte Varianten).
Die Goldenen Regeln für den Erfolg
- Rohkost-Limit: Um Gärprozesse im Darm zu vermeiden, sollte Rohkost idealerweise nur bis 14:00 Uhr verzehrt werden. Danach ist gedünstetes Gemüse bekömmlicher.
- Abendessen: Die letzte Mahlzeit sollte leicht sein und vor 18:00 Uhr eingenommen werden, um die nächtliche Regeneration der Leber nicht zu stören.
- Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie täglich 2,5 bis 3 Liter stilles Wasser oder verdünnte Kräutertees. Dies hilft den Nieren, Stoffwechselendprodukte effizient auszuscheiden.
- Gründliches Kauen: Die Verdauung beginnt im Mund. Durch intensives Kauen werden die Lebensmittel besser eingespeichelt und basisch vorverarbeitet.
- Naturbelassenheit: Je weniger ein Lebensmittel verarbeitet ist, desto wertvoller ist es. Frische Kräuter sind besser als jedes künstliche Gewürz.
Ganzheitliche Unterstützung: Darm und Psyche
Eine Basenkur wirkt nicht nur über den Teller. Um den Reinigungsprozess zu intensivieren, empfehlen Experten begleitende Maßnahmen:
- Darmreinigung: Einläufe oder eine professionelle Colon-Hydro-Therapie können helfen, den Dickdarm von Rückständen zu befreien. Dies wird oft als emotional „lösend“ empfunden.
- Basenbäder: Über die Haut (unser größtes Organ) können Säuren mittels Osmose ausgeleitet werden. Ein 45-minütiges Basenbad wirkt zudem tief entspannend.
- Moderate Bewegung: Yoga, Walken oder moderates Radfahren fördern die Durchblutung und die Atmung. Über die Ausatmung von CO2 wird der Körper zusätzlich entsäuert. Vermeiden Sie jedoch Extremsport, da dieser zu viel Milchsäure produziert.
- Stressmanagement: Chronischer Stress führt physiologisch zu einer Übersäuerung. Atemübungen und Achtsamkeit sind daher essenzielle Begleiter einer Fastenwoche.
Fazit: Basenfasten ist eine wissenschaftlich nachvollziehbare Methode, um den Körper zu regenerieren, das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung zu schärfen und mit neuer Energie in den Alltag zu starten.
Sehr informativ, wertvolles Wissen wird hier sehr anschaulich und verständlich vermittelt. Vielen Dank!
Verfasst am 16.02.2022 21:46:55 von "Fahrradlady"
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