Wer Astigmatismus hat, weiß, wie mühsam das sein kann: Einmal blinzeln, die torische Kontaktlinse verrutscht leicht, und schon ist alles wieder unscharf. Der Wunsch, morgens einfach aufzuwachen und klar zu sehen, ist groß. Trotzdem zögern viele. Kaum ein medizinischer Eingriff ist so sehr von Halbwissen und Gruselgeschichten umrankt wie das Lasern der Augen.
„Tut das nicht weh?“, „Kann ich dabei blind werden?“ oder „Das geht doch nur bei Kurzsichtigkeit!“ – diese Sätze hören Augenärzte fast täglich. Es ist Zeit, aufzuräumen. Wir haben die Fakten gecheckt und nehmen die 10 hartnäckigsten Irrtümer unter die Lupe.
Hornhautverkrümmung lasern – was ist dran an den Ängsten?
Das ist wohl die größte Angst von allen. Die Vorstellung, dass jemand am Auge „hantiert“, sorgt für Gänsehaut. Doch die Realität sieht anders aus. Das Auge wird vor dem Eingriff mit speziellen Tropfen komplett betäubt. Sie spüren vielleicht einen leichten Druck oder das Einsetzen der Lidsperre (damit Sie nicht blinzeln), aber keinen Schmerz. Der eigentliche Laser-Vorgang dauert oft nur wenige Sekunden. Viele Patienten sind überrascht: „Das war’s schon?“
Ein weit verbreiteter Mythos, der sich hartnäckig hält. Viele glauben, Laser könnten nur „Dioptrien abtragen“, aber keine ungleichmäßige Krümmung (den sogenannten Zylinder) ausgleichen. Falsch! Moderne Verfahren wie die Femto-LASIK sind präzise darauf ausgelegt, die unebene Hornhaut zu modellieren und zu glätten.
Wer genau verstehen möchte, wie diese Verformung des Auges anatomisch aussieht und warum sie korrigierbar ist, findet beispielsweise beim Augenlaserzentrum EN detaillierte Informationen über Hornhautverkrümmung und deren Behandlungsmöglichkeiten. Es ist also keineswegs nur ein Privileg für „normale“ Kurzsichtige.
Hier spielt uns das Wort „Laser“ einen Streich, weil wir an Science-Fiction-Filme und Hitze denken. In der refraktiven Chirurgie kommen jedoch Kaltlicht-Laser (Excimer-Laser) zum Einsatz. Da wird nichts „verbrutzelt“. Der Laser arbeitet im UV-Bereich und löst molekulare Verbindungen, ohne das umliegende Gewebe zu erhitzen.
Keine Sorge, Sie müssen nicht stillhalten wie eine Statue. Moderne Lasersysteme verfügen über sogenannte „Eye-Tracker“. Das sind Hochleistungskameras, die die Bewegung Ihres Auges tausendfach pro Sekunde messen. Wenn Sie husten, zucken oder das Auge bewegen, passt sich der Laser blitzschnell an oder stoppt sofort automatisch. Die Technik ist schneller als Ihre Reflexe.
„Lohnt sich das Hornhautverkrümmung lasern überhaupt, wenn es nach ein paar Jahren wieder weg ist?“ Auch das ist meist ein Trugschluss. Die durch den Laser vorgenommene Änderung der Hornhautform ist dauerhaft. Was passieren kann: Das Auge altert natürlich weiter. Ab Mitte 40 kommt die Alterssichtigkeit dazu – das ist aber ein Prozess der Linse, nicht der Hornhaut. Die verkrümmte Sicht kehrt in der Regel nicht zurück.
Früher, bei älteren Methoden (wie der klassischen PRK), war die Heilung tatsächlich unangenehm. Heute sind die meisten Patienten nach einer LASIK oder SMILE-Behandlung schon am nächsten Tag wieder fast voll einsatzfähig. Ein leichtes Fremdkörpergefühl („Wimper im Auge“) für ein paar Stunden ist normal, aber wochenlange Schmerzen im abgedunkelten Zimmer gehören der Vergangenheit an.
Machen wir es kurz: Nein. Dass man durch eine Laser-OP vollständig erblindet, ist extrem unwahrscheinlich und in der modernen Literatur kaum zu finden. Der Laser arbeitet nur an der Oberfläche (Hornhaut) und dringt nicht ins Augeninnere, zum Sehnerv oder zur Netzhaut vor. Natürlich ist es ein operativer Eingriff mit allgemeinen Risiken (wie Infektionen), aber diese sind bei guter Hygiene und Nachsorge sehr gering.
Richtig ist: Das Auge sollte ausgewachsen sein, weshalb man meist erst ab 18 Jahren lasert. Nach oben hin gibt es keine harte Grenze, aber ab ca. 50 Jahren macht oft ein Linsentausch mehr Sinn als das Lasern, da dann die Alterssichtigkeit dominiert. Aber für die Altersgruppe dazwischen ist das Hornhautverkrümmung lasern eine absolut gängige Option.
Das ist eine einfache Milchmädchenrechnung. Wer hochwertige torische Kontaktlinsen (für Astigmatismus) und Pflegemittel über 10 oder 20 Jahre zusammenrechnet – plus die eine oder andere Ersatzbrille –, kommt oft auf eine Summe, die deutlich über den Kosten einer einmaligen Laserbehandlung liegt.
Es stimmt, dass trockene Augen eine häufige Begleiterscheinung in den ersten Wochen oder Monaten nach der OP sind, da die Nerven der Hornhaut sich regenerieren müssen. Das ist aber fast immer temporär. Mit Benetzungstropfen lässt sich diese Phase gut überbrücken. Dass die Augen dauerhaft trocken bleiben, ist bei modernen Screening-Methoden, die Risikopatienten vorher aussieben, sehr selten geworden.
Die Entscheidung, sich die Hornhautverkrümmung lasern zu lassen, ist ein großer Schritt hin zu mehr Lebensqualität. Es ist völlig normal, Respekt vor dem Eingriff zu haben. Aber viele der Ängste basieren auf veralteten Informationen. Wer sich gut informiert und eine seriöse Voruntersuchung macht, wird feststellen: Der Weg zum scharfen Sehen ist heute sicherer und sanfter denn je.
Astigmatismus
Hornhautverkrümmung
Augenlaser OP
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