Plötzliche Schmerzen im linken Unterbauch, Fieber, ein unangenehmes Druckgefühl im Bauch – viele Betroffene denken zunächst an Magenprobleme oder eine harmlose Verdauungsstörung. Tatsächlich kann sich dahinter eine Divertikulitis verbergen: eine entzündliche Erkrankung des Dickdarms, die ernst genommen werden sollte.
Besonders Menschen ab dem mittleren Lebensalter sind betroffen. Wird die Entzündung früh erkannt, lässt sie sich in den meisten Fällen gut behandeln – ohne bleibende Schäden.
Im Laufe des Lebens bilden sich bei vielen Menschen kleine Ausstülpungen der Darmwand, sogenannte Divertikel. Solange sie keine Beschwerden verursachen, sprechen Mediziner von einer Divertikulose – ein häufiger, meist harmloser Befund.
Problematisch wird es erst dann, wenn sich diese Divertikel entzünden. Genau dann liegt eine Divertikulitis vor. Sie kann akut verlaufen, wiederkehren oder – unbehandelt – zu schweren Komplikationen führen.
Eine Divertikulitis kündigt sich meist deutlich an. Häufige Beschwerden sind:
Weil die Schmerzen typischerweise links auftreten, wird die Erkrankung umgangssprachlich auch als „Links-Appendizitis“ bezeichnet.
Wichtig: Nehmen Schmerzen, Fieber oder Schwäche rasch zu, sollte umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Die Entstehung einer Divertikulitis ist kein Zufall. Mehrere Faktoren greifen ineinander:
Eine ballaststoffarme Ernährung führt zu hartem Stuhl. Der Dickdarm muss stärker arbeiten, der Innendruck steigt. An geschwächten Stellen der Darmwand können sich Divertikel bilden.
In den Ausstülpungen bleiben mitunter Stuhlreste zurück, die verhärten können. Diese reizen die Schleimhaut – Bakterien vermehren sich, eine Entzündung entsteht.
Die Diagnose stützt sich auf mehrere Bausteine:
Wichtig: Während der akuten Entzündung wird keine Darmspiegelung durchgeführt. Das Risiko eines Darmdurchbruchs wäre zu hoch. Eine Koloskopie folgt meist 6–8 Wochen später.
Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad – und ist heute deutlich differenzierter als früher.
Bei wiederholten Entzündungen oder Komplikationen kann der betroffene Darmabschnitt (meist das Sigma) entfernt werden. Heute erfolgt das häufig minimalinvasiv.
Unbehandelt kann eine Divertikulitis zu:
Nach einer überstandenen Divertikulitis können Sie viel selbst beeinflussen:
Diese Maßnahmen senken nachweislich das Rückfallrisiko.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei starken oder anhaltenden Bauchschmerzen, Fieber oder einer Verschlechterung Ihres Allgemeinzustands suchen Sie bitte umgehend medizinische Hilfe.